
Projektvorgehen: Praxis
Die Ergebnisse aus den Interviews und der Gruppendiskussion wurden in den betrieblichen Projektgruppen ausführlich dargestellt und diskutiert. Ziel der Diskussion war es, konkrete Handlungsmöglichkeiten zu identifizieren, die sowohl eine Reduzierung der psychischen Belastungen und Stärkung der Ressourcen als auch eine Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit bewirken können. Im Fokus lag dabei die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz als zentrales Instrument des Betrieblichen Gesundheitsmanagements.
In den drei Projektbetrieben wurden unterschiedliche Schwerpunkte für das weitere Vorgehen gesetzt:
Im Textileinzelhandel wurde der Fragebogen IMPULS zu Analyse psychischer Belastungen vor dem Hintergrund der spezifischen Ergebnisse aus der vorangegangenen Erhebung modifiziert. Die geplante Erprobung im Betrieb konnte leider aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten des Projektbetriebes nicht mehr realisiert werden.
Im Finanzamt wurde zu drei ausgewählten Themenfeldern mit Führungskräften und MitarbeiterInnen eine vertiefte Problemsicht entwickelt und Lösungsvorschläge erarbeitet. Diese Arbeit wurde in insgesamt sechs Workshops zum Teil in hierarchiegetrennten Gruppen, zum Teil gemeinsam erarbeitet. Ergebnis ist ein umfangreicher Maßnahmenkatalog, der von Dingen, die einzelne Beschäftigte unmittelbar selbst umsetzen können, bis zu Ansätzen, die auf der Ebene der obersten Behördenleitung umzusetzen sind, reicht.
Die Vorschläge werden zur Zeit auf den jeweiligen Hierarchieebenen diskutiert und ggf. umgesetzt.
Im Telekommunikations/IT-Unternehmen wurde die Gestaltung von Veränderungsprozessen als Hauptbelastung für die Beschäftigten identifiziert. Um Ansätze für eine Verbesserung zu entwickeln, wurde ein Workshop zum „Change Management von unten“ durchgeführt, der umfangreiche Empfehlungen zur Gestaltung von Veränderungsprozessen hervorgebracht hat. Ein Ergebnis der folgenden Diskussion war, dass auch die untere Führungsebene durch die aktuelle Praxis der Gestaltung von Veränderungsprozessen besonders belastet ist – auch hier wurden in einem Workshop Gestaltungsempfehlungen entwickelt. Die Empfehlungen werden nun im Unternehmen diskutiert und ggf. umgesetzt.
Im Projekt werden die Ergebnisse aufbereitet und zusammengefasst. Am 28. Oktober wird es eine umfassende Präsentation auf der Projektabschlusstagung in Berlin geben.
