Projektvorgehen: Erhebung

In jedem der drei Betriebe wurde eine Projektgruppe eingerichtet, die das konkrete Vorgehen vor Ort bespricht und koordiniert. In der Projektgruppe ist die Leitung der Organisation (Filialleiter, Amtsleiter, Regionalleiter), die betriebliche Interessensvertretung (örtlicher Betriebsrat/ Personalrat, Gesamtbetriebsrat, ver.di-Betriebsgruppe) sowie weitere betriebliche Expertinnen und Experten (Frauen- und Schwerbehindertenvertretung, Personalabteilung, Gesundheitskoordinator) vertreten.

Zunächst wurden je Betrieb mit 15 Beschäftigten qualitative Interviews geführt. Der Interviewleitfaden basierte auf dem Fragebogen SALSA1. Die Befragten wurden zu ihren Einschätzungen über Belastungen und Ressourcen bei der Arbeit interviewt. Dabei wurde zunächst die Frage nach der Situation für das andere Geschlecht gestellt, danach die Frage nach der Situation für das eigene Geschlecht. Auf diese Weise wurde umfangreiches Material über Einschätzungen, Wahrnehmungen, Bilder und Stereotype gewonnen, die sich auf die spezifische Belastungs- und Ressourcenlage für Frauen und Männer beziehen. Als besonders interessant haben sich dabei die Themenfeder erwiesen, die zwar für ein Geschlecht benannt worden sind, nicht aber für das andere. Dies zeigte sich auch bei der folgenden Gruppendiskussion, bei der die Interviewergebnisse den Interviewten präsentiert wurden. Hier gab es umfangreiche Gelegenheiten zum Nachfragen, zur Diskussion und zur Korrektur und Präzisierung der Ergebnisse.

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1 Rimann, Martin/Udris, Ivars (1997): "Subjektive Arbeitsanalyse. Der Fragebogen SALSA". In: Strohm, Oliver/Ulich, Eberhard (Hg.): Unternehmen arbeitspsychologisch bewerten. Ein Mehr-Ebenen-Ansatz unter besonderer Berücksichtigung von Mensch, Technik und Organisation. Zürich: vdf Hochschulverlag an der ETH (= Mensch - Technik - Organisation; 10), S. 281–298.